WETTERKAPRIOLEN im Lauf der Jahrhunderte

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WETTERKAPRIOLEN im Lauf der Jahrhunderte

Angesichts des aktuellen strengen Winters bringt dieser Rückblick eine kleine Übersicht von Wetterbesonderheiten der vergangenen Zeit. Wie verschieden das Klima sein kann, zeigt die folgende Tabelle, die aus alten Aufzeichnungen stammt.
1172 war ein sehr milder Winter, im Februar hatten die Vögel schon Junge.

1186 blühten die Bäume schon im Dezember und Jänner, Ende Mai war die Ernte. 1232 brachte der Winter nur 16 kalte Tage.
1238 Durch einen sehr frühen Winter wurden die Weintrauben unter dem Schnee gelesen. 1268 badeten die Kinder zu Weihnachten im Freien und die Veilchen blühten.
1304 herrschte ein so trockener Sommer, dass man die Donau an vielen Stellen durchwaten konnte. 1378 war der Winter so streng, dass eine Großteil der Weinstöcke erfror.
1430 Das Getreide wurde durch einen milden Winter schon im April geschnitten und die Bäume trugen zweimal Obst.

1473 herrschte eine so große Hitze, dass zu Ostern das Getreide blühte. 1506 lag noch Ende Juni der Schnee fußhoch (33cm).
1540 Vom 1. Februar bis 29. Juli regnete es nur ein Mal. Es war ein heißer trockener Sommer. 1559 konnten die Leute nach Weihnachten den Hafer säen.
1638 herrschte eine große Dürre, es mangelte an Futter und Getreide, sodass die Bauern das Vieh verkauften, das nach Bayern kam.

1662 vernichtete ein Frost am Himmelfahrtstag die Weinernte, sodass die Bauern die sonst 400 – 500 Eimer Wein ernteten, kaum einen halben Eimer erhielten.

1733 Vom 13. – 17. Mai war ein so großer Frost, dass viele Weingärten ausgehackt werden mussten.

1740 herrschte während des Sommers große Kälte. Es gab keinen Wein.

1768 war auch ein schneereicher Winter. Leopold Mozart schreibt in einem Brief an einem Freund nach Salzburg, in dem unter anderem steht:
„Wir sind den 9. aus Brünn abgereiset, und obwohl der auf die grausame frühe Kälte eingefallene ungemein häufige Schnee die Strasse so bedeckt, und der Wind die Weege mann hoch überwehet, und mit Schnee bedecket hatte, dass die Posten teils ausgeblieben allein stecken geblieben; so sind wir doch glücklich mit 4 Postpferden den nämlichen Abend um 6 Uhr in Poyßdorff angelanget: Wor wir aber 6 Pferde nahmen und Sonntags den 10. diess um 8 Uhr wegfuhren und abends schon um 5 Uhr auf dem Tabor unter den Händen der Visitierer waren, die uns bald abgefertiget hatten. Wir haben den erstaunlich häufigen Schnee so glücklich durchschnitten, dass wir niemals umgeworfen worden, ob-wohl es ein paar mahl sehr nahe daran war. Was dergleichen Reisen für Geld kosten lässt sich leicht einbilden. War in Salzburg auch eine so grausame Kälte?“
1776 war es im Winter so kalt, dass Menschen auf der Straße, Vieh im Stall und das Wild im Wald erfror.

1805 schmeckte der Wein wie Essig. Durch ein nasskaltes Jahr begann die Lese erst zu Allerheiligen.
In diesem Unglücksjahr (Franzosenkrieg – Schlacht bei Austerlitz) lagerten im Lussfeld und im Seegrund 18.000 verbündete Russen und österreichische Soldaten.
1817 schneite es vom 19. – 22. April so heftig, dass keine 10 Pferde die Wagen in den Straßen im Schnee vorwärts brachten. Eine gute Weinernte gab es trotzdem in diesem Jahr ebenso 1809 und 1811.

1813 – 1818 waren Missjahre, die kalt und nass waren, so dass
1816 die Leute zum Branntwein griffen und statt Brot Erdäpfel aßen.

1830 vernichtete ein Hagelwetter am 26. Mai die Weintrauben. Im Herbst entfiel die Weinlese.
Mit dem Hagelwetter kam ein Sturm der Bäume entwurzelte, Häuser und Dächer abdeckte.

1834 begannen die Weinstöcke bald zu treiben. Der Sommer war heiß, es regnete nicht.
Die Trauben schrumpften zusammen. Es war eines der besten Weinjahre. Der Wein glich den italienischen und französischen Weinen.

1838 war am 10. Juni ein sehr starker Wasserreif, der die Weinernte vernichtete.
In den Kornähren hingen Eiszapfen.

1841 kam am 28. Jänner ein Schneesturm, begleitet von Blitz und Donner. Am 8. Juli wehte ein sehr heißer Wind, der eine große Sommerhitze einleitete in deren Folge die Trauben zusammen schrumpften und einen sehr guten Wein bei geringer Ernte lieferte.

1843 blühten im Februar die Zweige. Das Jahr war nass und kalt, der Wein sauer.

1844 wütet am 23. Jänner ein fürchterlicher Schneesturm mit Blitz und Donner, ähnlich 1841.
Es war ein schlechtes Weinjahr. Im Mai kam ein großes Hochwasser. Da glichen die Wiesen bei Wilhelmsdorf einem See. Die Pointermühle (heute Vogelsangmühle) hatte einen Schaden von 500 Gulden.

1849 Im Revolutionsjahr tobte ein Gewitter mit einem Schneesturm, der Häuser abdeckte.
Am 31. Juli vernichtete ein Hagelgewitter die Wein- und Haferernte.

1851 war ein kaltes regnerisches Jahr. Zu Allerheiligen begann die Lese. Erdäpfel und Burgunder (Rüben) waren eingeschneit. Der Winter reich an Schnee und Regen, ließ viele Keller einstürzen.

1853 War eines der besten Weinjahre, trotz eines strengen Winters. Es gab Wein im Überfluss.
Von einem Viertelweingarten (14 ar) erhielt man 80 – 100 Eimer. Ein leeres Fass kostete mehr als der Wein im Fass.

1855 brachte der Winter viel Schnee, sodass am 4. Februar 17 Bürger mit ihrem Schlitten einen Ausflug nach Nikolsburg machten.

1857 schneite es am 25. April durch 48 Stunden. Dem Weinstock und den Feldfrüchten geschah nichts, aber die Dürre bescherte einen großen Futtermangel.

1861 wüteten furchtbare Stürme, dass der Kirchturm schwankte. Sommer und Herbst waren sehr trocken. Die Bauern konnten nichts anbauen. Vom 6. Juli bis 2. November regnete es gar nicht. Das Korn ging nicht auf. Der schlechte Bestand musste umgeackert werden.

1863 war ein warmer Jänner. Die Leute bekamen kein Eis. Es musste aus Oberösterreich herbeigeschafft werden. Im Jänner begannen die Feldarbeiten.
Der Sommer war trocken, (42 Grad Reomir = 52,5 ° C) sodass Futtermangel eintrat.
Die Brunnen versiegten, die Mühlen standen still. Die Bauern fuhren nach Wien zu den Schiffsmühlen. Prozessionen wurden abgehalten. Am 15. Juni regnete es endlich.
Es gab keinen Türkenweizen (Mais). Die Weinlese begann zum Kirtag (Mitte September). Wer 20 Säcke Erdäpfel gelegt hatte erntete 25 Säcke. (1 Sack bringt in guten Jahren das 20-fache). Die Bäume standen schon im August ohne Laub da. Die Rüben Kraut- und Kleefelder gingen zu Grunde. 12 Häuser brannten ab.

1866 war ein Kriegs- (Preußen, Schlacht bei Königgrätz) und Missjahr. Im Frühjahr verursachten starke Fröste große Schäden in den Weingärten.

1875 war ein spätes Frühjahr, es wurde aber soviel Wein geerntet, dass die Leute aus den umliegenden Orten Wein nach Poysdorf brachten, da überall Mangel an Fassgeschirr war.

1879 zeigte im Winter der Wärmemesser 23 Grad Reomir (= 29 ° C).
Es gab eine schlechte Weinernte.

1886 vernichtete ein Wolkenbruch alle Feldfrüchte. Die massiven Regengüsse gingen gerade in Poysdorf nieder. Am schwersten betroffen waren die Häuser in der Alleegasse (Liechtensteinstraße). Die Wassermassen stürzten vom Sauberg Bürsting und Außern in die Häuser. Steine, Holz und Schlamm blieb in den Wohnungen zurück.
Denselben Tag war der Hafnermarkt beim Rathaus. (Seile, Stricke usw.) Der Markt wurde zur Gänze weggeschwemmt. Weinend zogen die Leute ohne Geld & Ware nach Hause. Die Felder waren kahl wie im Winter. Zusammengeschwemmte Hagelschloßen konnte man noch tagelang sehen. Auch ein Menschenleben fiel dem Unwetter zum Opfer. (Karl Hatzinger wurde in der Höberstgrub von den Fluten fortgerissen und ertrank.)

1894 brachte ein warmes Frühjahr. Im Herbst regnete es und die Trauben faulten und am 9. 10. vernichtete um 16.30 Uhr ein Unwetter die gesamte Weinernte von Poysdorf. Dieses Gewitter blieb den Leuten lange in Erinnerung. So erzählte mein Großvater geb. 1860, von dem fürchterlichen Hagel und wie die Leute Tage danach die abgeschlagenen Weinbeeren einsammelten.

1900 brachte es so viel Schnee, dass Bahn und Post den Verkehr einstellten.

1901 gab es Ende September Hitze von 30 Grad Reomir (= 37 ° C). Der Wein war vorzüglich. 1914 vernichteten Maifröste 60 % der Weinkulturen.
1917 herrschte im Sommer eine große Hitze. Die Weinernte war großartig.
Der „17“er gehörte zu den besten Jahren des Weinbaues. Josef Schwayer, der Mühlenbesitzer hat einen der besten Weine in seinem Keller am Huberberg gelagert. Die Fässer mit diesem köstlichen Inhalt füllte er immer mit gewaschenen Kieselsteinen aus.

1929 brachte einen sehr kalten Winter mit viel Schnee. Der Schnee schützte die Stockkulturen, dass der Schaden im Rahmen blieb. An manchen Tagen wurde die Eisenbahn und der Postverkehr eingestellt. Das Wild ging zu Grunde, Brunnen froren zu.
Am 10. Februar gab es noch – 29 ° C. In der Weinbauschule Klosterneuburg gab es laut Untersuchung an den Weinreben enorme Schäden. Interessanterweise hatten die Portugiesersorten den strengen Winter am besten überstanden. Die RAWAG (ORF) meldete immer neue Kältewellen. In der Donau gab es den größten Eisstoß seit langer Zeit.
Der Sommer war sehr trocken.

1934 ein großes Sonnenjahr brachte eine Rekordernte mit hoher Qualität.

1938 Im Jänner war es nicht besonders kalt, vom 5. an schneite es ziemlich viel, aber der Schnee blieb nicht liegen. Im Februar war es sehr schön, man hoffte auf ein zeitiges Frühjahr.
Der März war kalt, Schnee, Wind und Schneegestöber. Die Winzer hatten bis Ende März kaum etwas geschnitten.
Am 16. März marschierten unter Schneegestöber unsere Truppen in Tschechien ein, durch Poysdorf fuhren sehr viele Autos mit Militär. Der Marktplatz schaute aus wie ein Heereslager. Viele Wagen kamen infolge des Schneegestöbers in den Straßengraben und konnten nicht mehr weiter.
1941/42 war einer der schneereichsten Winter. Viele Häuser und Keller konnte man nur durch ausgegrabene Schneehöhlen erreichen. Die Eisenbahn zwischen Enzersdorf und Hohenau war unbenutzbar. Alle Bauern, die einen Pferdeschlitten besaßen mussten Soldaten und
Reisende von Staatz abholen und in die einzelnen Orte bringen.

1945 Dieses Jahr war geprägt von einem zeitigen Frühjahrsbeginn mit viel Wind und Wärme. Am
25. April gab es ein kleines Gewitter. Dann regnete es elf Wochen nicht. Durch das Kriegsende und die russische Besatzung gab es große Not und es fehlt an allem. Feldfrüchte und Wein gab es sehr wenig. Letzterer war aber zu vergleichen mit einem Jahrhundertwein. Anfangs September begann die Lese.

1956 Zu Beginn des Winters gab es kaum Schnee und nur mäßige Kälte bis zum 25. Jänner. Die Männer im Wald konnten mit aufgestrickten Hemdärmeln arbeiten. Eine plötzlich eintretende Kaltfront brachte am 29. Jänner – 31° C, welche tagelang anhielt. Es gab starke Frostschäden in den Weingärten. Schnee gab es erst im Februar.

1964 Der Frost führte im Winter beim Wein zu keinen Schädigungen.
Am 16. März begann es um Mitternacht zu schneien, und innerhalb von 7 Stunden fielen 45 cm Schnee. Der Verkehr war stillgelegt. Es dauerte eine ganze Woche, bis der Schnee schmolz.
Die Blüte verlief günstig, der Traubenansatz war überdurchschnittlich gut und ließ bereits eine große Ernte erwarten. In diesem Jahr wurde die bisher größte Weinernte Österreichs ein- gebracht. Trotz der großen Menge waren die Weine sehr gut und haltbar.

Dieses Bild zeigt den jungen
Horst Korschan beim Schneeräumen im März 1964.

1974 Durch einen milden Winter war ein Vegetationsvorsprung von drei Wochen, der durch die abnorme Witterung im April und Mai wieder verloren ging. Eine feuchte und kühle Witterung hielt auch nach der Blüte an. Die Weine waren klein und unreif und es gab einen geringen Durchschnittsertrag von 35 hl/ha.

1982 brachte mit knapp 5 Millionen hl Wein die größte Ernte Österreichs seit es Aufzeichnungen gibt (83 hl/ha).

1985 In diesem Jahr gab es einen der stärksten Winterfröste mit 28°, 30° und 32° C in ganz Österreich. Es gab daher auch die geringste Weinernte mit durchschnittlichem Ertrag von 1 hl/ha.

Im Jänner und Februar 2006 erleben wir einen Rekordwinter mit größten Schneefällen in Europa und darüber hinaus mit Toten und enormen Sachschäden.

 


Klimawandel

Das Klima auf unserem Planeten unterliegt natürlichen Schwankungen und wie man auf den Bildern über das Klima weiter unten sehen kann, waren die durchschnittlichen Temperaturen im Mittelalter über viele Jahrzehnte hinweg noch höher als unsere heutigen Durchschnittstemperaturen. Dadurch unterlag die Epoche des Mittelalters einem extremen Klimawandel: Menschen im Frühmittelalter lebten in einer viel kälteren, rauheren, nasseren Welt als Menschen im Hochmittelalter – zumindest auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands.Deshalb gibt es auch Heute noch einen steten Klimawandel, der vllt. sogar von den Menschen beschleunigt wird. Bei allen heutigen Meldungen zum Klimawandel ist aber extreme Vorsicht geboten, da die aktuelle Entwicklung eher einer Massenbeeinflussung ähnelt – sowohl bei den Klimaskeptikern als auch bei den Klimapanikmachern. Deshalb immer die Meldungen zu der globalen Erwärmung vor dem Licht der natürlichen Schwankungen überprüfen, bevor man sie glaubt. Alle extremen Wettervorkommnisse und Temperaturrekorde gab es schon im Mittelalter – und damals wurden sie nicht zu politischen Zwecken missbraucht – bspw. wenn Jagd auf Juden gemacht wurde, weil die Ernte vom Regen ertränkt wurde.

Inhalt

Temperaturen im Mittelalter

die temperaturen im mittelalter im vergleich zu den heutigen temperaturen!

Wie man an der Grafik erkennen kann, liegen die Temperaturen im Frühmittelalter, also zwischen 500 und 900, deutlich unter den heutigen Durchschnittswerten.

Die niedrigen Temperaturen und das feuchte Klima führten zu dichten Urwäldern in Deutschland, die Platz für wilde Tiere boten. Diese Tiere wurden wegen ihres Fleisches und der Felle, die die Menschen als Schutz vor der Kälte trugen, gefagt. Die Kindersterblichkeit war hoch und Gelenkerkrankungen waren häufig. Und genauso rau wie das Wetter waren auch die Menschen. Die überwiegend jugendliche Bevölkerung war draufgängerisch und regelte Streitigkeiten mit Waffen, die nicht selten zum Tode führten. So hielt sich die Bevölkerungszahl stetig in Grenzen.

Vom 4. bis ins 6. Jahrhundert gab es einen Temperaturrückgangng. Ebenso zwischen 750 und 850. Danach stiegen die Temperaturen stetig an, was unter anderem die Besiedlung Islands (874) und Grönlands (999) durch die Wikinger zur Folge hatte.

Im Hochmittelalter zwischen 1000 und 1300 herrschten sogar weitaus höhere Temperaturen als heute.

Ab ca. 1300 begann dann der stetige Temperaturrückgang als Anfang der kleinen Eiszeit (von ca. 1400 bis ca. 1850).

Klima im Mittelalter

das klima und die klimaschwankungen im mittelalter!

Zwischen 400 und 600 n. Chr. kann man auf der Grafik ein nasses und kühles Klima erkennen. Zu dieser Zeit stießen die Gletscher nochmals vor ehe sie ab dem 6. Jahrhundert wieder durch ein gemäßigteres Klima zurückgedrängt wurden.

Zwischen 750 und 850 siegte nochmal das kühle Klima und die Gletscher traten wiederum etwas hervor.

Das Klima mäßigte sich wieder bis um 900 und wurde wurde seitdem stetig tockener und wärmer. Dies beschreibt auch eine Aufzeichnung vom Sommer 1022 aus dem Staatsarchiv Nürnberg:

„…dass viel Leut umb Nürnberg auff den Strassen vor grosser Hitz verschmachtet und ersticket, deßgleichen sind auch alla Früchte auff den Feldern, Gärten und Wiesen auch Ackern verdorret und verbrenet, auch sein viel Brunen Flüsse Weyher und Bäche vertrocknet und versieget, wie dann umb Nürnberg alle Bäche und Weyher biß auff fünff vertrocknet und und zwey Brunen vor grosser Hiz versieget, dardurch grosser mangel am Wasser entstanden ist.“

Zitiert nach: Rüdiger Glaser, Klimageschichte Mitteleuropas, 2001; S. 61

Erst ab dem Beginn der kleinen Eiszeit (um 1400) siegte wieder nasses und kühles Klima.

Eine kurze und geringe Klimaverschlechterung kann noch am Anfang des 12. Jahrhunderts beobachtet werden.

Das mittelalterliche Klimaoptimum

Das „Mittelalterliche Klimaoptimum“ bezeichnet die globale Warmphase zwischen dem 10. und dem 13. Jahrhundert.

Damals waren die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter viel größer als heutzutage. Das hatte folgende Ursachen:

Die Zugbahnen der Zyklonen waren um 3-5 Breitengrade nördlicher als heute. Dadurch verringerte sich die Anzahl der Kaltlufteinbrüche in Mitteleuropa und die Niederschläge, die eine Begleiterscheinung der Zyklonen sind, verringerten sich ebenfalls. Das Azorenhoch griff im Sommer bis auf Deutschland über, was die Temperaturen in den Sommermonaten immens ansteigen ließ.

Andererseits bestimmte das Russlandhoch, durch die nördlichere Lage der Westwinddrift, die Witterung in den Wintermonaten. Eisige Winter mit viel Schnee waren die Folge.

Wie man aus den beiden Grafiken (oben) erkennen kann, waren die Temperaturen zu dieser Zeit höher und das Klima milder als heute. Das wiederum führte zu heute ungewöhnlichen Bildern in Europa:

In Island konnte zu dieser Zeit Getreide angebaut werden und durch den Temperaturanstieg war der Ostgrönlandstrom eisfrei und ließ eine Besiedlung durch die Wikinger um 1000 zu. Der Name „Grönland“ (Deutsch: Grünland, Englisch: Greenland) stammt ebenso aus dieser Zeit und beschreibt die grünen Wiesen, die auf Grönland gediehen. Das heißt Grönland war grün und eisfrei. Zum Vergleich ein Satellitenfoto aus heutiger Zeit:

Quellen belegen, dass der Weinanbau zu dieser Zeit sogar in Schottland praktiziert wurde und Feigenbäume wuchsen bis in den Kölner Raum. Die Waldflächen gingen von 3/4 auf 1/5 der Fläche zurück und boten Platz für die Landwirtschaft. Die Menschen hatten genug zu Essen und die Bevölkerungszahl schwoll an. Es entstanden viele neue Städte und die herrliche Baukunst der Gotik versinnbildlichte das optimistische Lebensgefühl der Bevölkerung. Doch die positive Entwicklung wurde ab dem 14. Jahrhundert, mit Beginn der einsetzenden „Kleinen Eiszeit“, jäh beendet:

„Im Jahre des Herrn 1342, am zwölften Tage vor den Kalenden des August, das war am Sonntag vor Jacobi, schwoll der Main so stark an wie nie zuvor, dass er oberhalb der Stufen des Würzburger Doms und darüber hinaus die ersten steinernen Statuen umspülte. Die Brücke mit ihren Türmen, die Mauern und viele steinerne Häuser in Würzburg stürzten zusammen. In diesem Jahr gab es eine ähnliche Überschwemmung in ganz Deutschland und anderen Gebieten. Und dieses Haus wurde durch Meister Michael von Würzburg erbaut.“

 

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